Moritz und seine zwei Mamas

Moritz ist gerade 7 und ein Schulkind geworden. Eigentlich hatte er sich sehr auf die Schule gefreut, zumal immer eine seiner Mamas Zeit hat, ihn entweder zur Schule zu bringen, oder ihn abzuholen. Doch schon nach ein paar Tagen spürte er, dass einige seiner Mitschüler ihn aus irgendeinem Grunde mieden. Er wurde beim Sport immer zuletzt in die Mannschaft gewählt, im Unterricht wollten einige Kinder nicht neben ihm sitzen und in den Pausen ließ man ihn bei manchen Spielen nicht mitmachen.

Hanne, seine leibliche Mutter, und Tabea, ihre Lebensgefährtin, sehen die Ursache für diese Abneigung gegenüber Moritz in ihrer Beziehung. Es hat sich zwischen den Lehrern und auch einigen Schülern und Eltern herumgesprochen, dass ein Junge ohne Vater, dafür aber mit 2 Müttern aufwächst. Viele sehen darin immer noch etwas Unnormales und sogar Unmoralisches und meinen vielleicht, dass Homosexualität ansteckend sei.

Dabei ist Moritz ein echter Junge, der zweimal in der Woche zum Fußalltraining geht, auf jeden Baum klettert und jeden Stein auf dem Weg mit dem Fuß wegkicken muss. Er spielt am liebsten mit seinen Lego Baukästen und schaut gerne Filme mit echten Superhelden. Dass er keinen Papa hat, stört ihn bisher nicht weiter, denn auch Tabea spielt am liebsten Fußball und Lego. Und außerdem hat er ja noch seine Onkels, die ihm hin und wieder mal ein männliches Vorbild sind und seine Freunde in der Nachbarschaft, die ihn sogar darum beneiden zwei Mamas zu haben.

Tabea und Hanne kennen sich schon viele Jahre und sind es gewohnt, mit Vorurteilen umzugehen. Doch dass jetzt Moritz darunter leiden muss, ist nicht richtig und sie wollen auf jeden Fall etwas unternehmen, damit Moritz ihretwegen nicht zum Außenseiter wird. Vielleicht sollten sie mit den Lehrern sprechen, eine Weihnachtsfeier in der Schule organisieren, einen Kuchenbasar oder einen Wandertag?

In diesem Blog berichten Hanne, Tabea und Moritz von ihrem Familienleben, sprechen über Erziehung, Kinder, Liebe und Homosexualität und wollen damit zeigen, dass man auch in einer gleichgeschlechtigen Partnerschaft gute Eltern sein kann.

 

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